Freizeitgestaltung
Acrylic Pouring

Dirty Pour

Acrylic Pouring – Fluid Paintings – Acryl-Fließtechnik

Seit einigen Monaten zieht dieser Hype durch heimische Wohnungen, Garagen, Ateliers. Mit der Fließtechnik, bei der Acrylfarbe mit einem Gießmedium angereichert wird, lassen sich ganz einfach und relativ schnell wunderschöne Abstrakte entwerfen. Abstrakte, deren Endergebnis nicht gänzlich beeinflussbar ist.

 

Vorbereitung des Arbeitsplatzes:

Machen wir uns nichts vor, es ist fast so eine Sauerei, wie es klingt. Wichtig ist daher, den Arbeitsplatz so zu wählen, dass eine Bodenverschmutzung leicht zu beseitigen ist. Vorzugsweise also einen Ort wählen, in dem ein PVC-Belag ist oder Bodenfliesen. Von Vorteil ist es auch, ein Waschbecken in der Nähe zu Haben. Das klingt fast, als wäre das Bad perfekt. Ist es auch. Aber wer hat schon Lust, neben seiner Toilette kreativ zu sein. Wie wäre die Küche? Wenn sie groß genug ist, sollte es kein Problem geben. Noch immer Angst vor Verschmutzungen? Malerfolie eignet sich hervorragend zum Abdecken des Arbeitsbereiches und ist kostengünstig im Baumarkt zu erhalten. Ich selbst vertraue der Folie so sehr, dass ich in meinem Wohnzimmer arbeite… Die Folie habe ich überall dort hingelegt, wo ich versehentlich hin kleckern könnte. Bis jetzt war das Pouring nicht so schmutzig, wie ich dachte. Aber machen wir weiter.

Ich verteile also die Folie auf dem Boden und dem Arbeitstisch. Zum Glück ist meine Wohnung so klein, dass die Küche gleich ganz nah ist. In vielen Videos habe ich gesehen, dass da viel Farbe vom Malgrund läuft und auf den Tisch kleckert. Ich habe erst mit dem Pouring angefangen (04.09.2018) und bearbeite nur kleine Keilrahmen (20x20; 30x30; 20x30) im Moment. Um die Farbe aufzufangen, die vom Malgrund laufen könnte, habe ich mir eine Abwaschschüssel aus Kunststoff gekauft und dazu ein Geschirrabtropfgitter. Sicher kann man auch andere Gitter verwenden, die auf diese Abwaschschüssel passen aber ich habe den Weg für meine Anfänge gewählt. Die Schüssel habe ich mit Malerfolie ausgeschlagen, so kann ich dann die Farbe gut entfernen. Nun brauchte es noch was an den Händen, Einweghandschuhe. Diese erhält man recht günstig in Drogerien oder Sonderpostenmärkten. So hat man dann nicht die ganze Farbe an der Hand.

Zu guter Letzt noch zu den Hilfsmitteln. Dazu gehören Becher (Einwegbecher, Jogurt-Becher oder Ähnliches) in verschieden Größen, Holzspatel (oder etwas anderes zum verrühren, aber nicht das gute Besteck), eine Küchenwage, eine Wärmequelle (Lötlampe, Flammbierbrenner, Heißluftpistole, Haartrockner), Küchenpapier oder Lappen und ggfls. eine Pipette für Wasser.

Als Zutaten für das Gießen selbst benötigt man noch Acrylfarbe (transparent, halbtransparent oder auch deckend), etwas Wasser, Gießmedium (Bastelleim, Holzleim oder extra dafür hergestellte Medien) und Silikon (Silikonöl, Silikonspray). Schon kann es los gehen.

 

Eignung der Gießmedien

Youtuber, deren Videos ich bereits zu diesem Thema gesehen habe, empfehlen das Liquitex Gießmedium. Es verbindet sich sehr gut mit den Pigmenten in der Acrylfarbe und man benötigt weniger Wasser als bei Leim. Der Preis schwankt oft und es ist nicht gerade das preisgünstigste auf dem Markt, aber kauft man in der großen Flasche (fast 1L), kommt man einige Zeit damit aus. Als zweiter Marktführer ist das Floetrol nicht wegzudenken. Es hat ähnliche Eigenschaften, wie das Liquitex und ist im Baumarkt relativ gut zu finden. Eine recht kostengünstige Alternative sind auf PVA-basierende Klebstoffe (Holzleim, Bastelleim…). Diese Klebstoffe sind zäher als die bereits genannten Gießmedien und man benötigt daher mehr Wasser. Ein Bild hat allerdings eine Bessere Qualität, wenn man weniger Wasser benötigt. Aber für alle die, die es nur mal ausprobieren wollen, für die ist diese Alternative okay. Diese Klebstoffe lassen die Farben aber nach dem Trocknen matt erscheinen. Welches nun das perfekte Medium ist, das kann keiner genau sagen und so muss es jeder für sich selbst entscheiden.

 

Das Grundrezept

Ein Grundrezept gibt es nicht, aber ein Rezept zur Orientierung. Grundsätzlich gilt, dass das Wasser, welches zum Verdünnen genommen werden kann, den geringsten Platz einnehmen soll. Bei meinen Bildern (ab Bild 3 bis 4) habe ich gemerkt, dass eine 1 zu 1 Mischung von Farbe und Gießmedium am Besten funktioniert. Aber dies ist wieder abhängig von der Konsistenz der Farbe abhängig. Farben von VBS (Hausmarke) scheinen mehr zu benötigen an Gießmedium. Dazu gebe ich dann nur noch wenige Tropfen Wasser und ca. 1 bis 2 Tropfen Silikonöl pro Farbe… auch da muss man sparsam sein. Farbe und Gießmedium sollten sehr gut verrührt werden (dauert recht lang, etwa 3 Minuten pro Farbe), auch das Wasser soll sich gut mit der Mischung verbinden. Eine Konsistenz genau zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Es sollte nicht zu flüssig sein, etwa wie Trinkjogurt oder flüsiger, warmer Honig. Beim Silikon sollte man nicht so stark Rühren, wenn das erst drinnen ist. Nun, die Farben sind fertig, auf zu den Techniken.